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Gern mit dem Fahrrad unterwegs

Erstellt von Joachim Schwitalla ||  Stiftskirche

Bis das Pfarrhaus in der Hackstraße renoviert ist, wird der neue Dekan Richard Hackländer zwischen Südpfalz und Kaiserslautern pendeln. Er ist der Nachfolger von Dorothee Wüst. Am Herzen liegen ihm die Ökumene und gute Beziehungen zu anderen Konfessionen.

Sein erster Arbeitstag als neuer Dekan des Kirchenbezirks Kaiserslautern liegt nur wenige Tage zurück. Als Richard Hackländer seine Mitarbeiter am vergangenen Montag zu einer Kennenlernrunde im protestantischen Dekanat versammelt hatte, bat er jeden Mitarbeiter, ein Tier seiner Wahl zu nennen. „So kann ich mir die Menschen besser merken“, sagt der 51-jährige Pfarrer im Gespräch mit der RHEINPFALZ.

Sportlich gibt er sich. Mit seinem Klapprad ist er von Essingen, seinem Noch-Wohnort, nach Landau zum Bahnhof, von dort mit dem Zug nach Kaiserslautern und vom Hauptbahnhof mit dem Klapprad zu seiner neuen Arbeitsstätte neben der Stiftskirche geradelt. Bis das Pfarrhaus in der Hackstraße renoviert ist, wird der Nachfolger von Dorothee Wüst, der im Mai als einziger Bewerber mit überwältigender Mehrheit der Bezirkssynode zum Dekan gewählt wurde, zwischen Südpfalz und Kaiserslautern pendeln.

Noch ist der Schreibtisch aus den 60er Jahren in seinem Büro leer. Für die Körpergröße von 1,99 Meter des neuen Dekans hat das gute alte Stück aufgebockt werden müssen. „Im Herbst kommt ein neuer Schreibtisch mit wesentlich mehr Platz“, freut sich Hackländer. Auch wenn zurzeit an der Stiftskirche gearbeitet wird, den Klang des Carillons empfindet er sehr wohltuend. Zusammen mit Pfarrer Matthias Jung und Pfarrerin Margarethe Hopf wird er für 5000 Gemeindeglieder der Stiftskirche zuständig sein. Jedoch entfallen nur 21 Prozent seiner Tätigkeit auf ihn als Pfarrer. Als Dekan obliegen ihm die Personalführung im Kirchenbezirk, einschließlich der 18 Kindertagesstätten der Gesamtkirchengemeinde Kaiserslautern.

Vorgenommen hat sich Hackländer „zuzuhören, wahrzunehmen, was läuft, damit alles schön rund geht und hinzuschauen, wo es knackt“. Den Strukturwandel will er begleiten. „Bis 2025 müssen nach Vorgabe der Landeskirche drei Pfarrstellen gestrichen sein.“ Auch mit weniger Hauptamtlichen wolle der Kirchenbezirk nah bei den Menschen sein.

Mit vielen Menschen würde er gerne Gottesdienst feiern, sie begeistern und ihnen eine Perspektive aufzeigen. Gleichwohl ist Hackländer bekannt, dass die Zahl der Gottesdienstbesucher rückläufig ist. Dennoch habe die Kirche auch in Kaiserslautern eine Mittlerfunktion.

Am Herzen liegen dem Dekan die Ökumene und gute Beziehungen zu anderen Konfessionen. Vor sich ausgebreitet hat er den Partnerschaftsvertrag zwischen der Pfarrei St. Martin und der Stiftskirchengemeinde. „Ein gutes Fundament für die weitere Zusammenarbeit.“

Eine besondere Bedeutung für Kaiserslautern misst er der Citykirchenarbeit zu. Mit kleineren Formaten wie beispielsweise dem Gregorianischen Mittagsgebet, das mittwochs in der Stiftskirche stattfindet, wolle die Kirche nicht nur Türen, sondern die Herzen der Menschen öffnen. Sein Kompass sei Jesus Christus, damit Gottes Liebe zu hören ist und gelebt wird.

Gerne mit dem Fahrrad und wandernd unterwegs, kann sich Hackländer an der Schönheit der Schöpfung erfreuen. Gespannt ist er darauf, was es in Kaiserslautern menschlich wie in der Natur alles zu entdecken gibt.
Info

Der Gottesdienst anlässlich der Einführung von Dekan Richard Hackländer ist am Sonntag, 8. September, 14 Uhr, in der Stiftskirche.

Joachim Schwitalla

Quelle: Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung - Nr. 207, Freitag, den 6. September 2019,  Seite 14

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